Kein Grüner Daumen

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Samenkugel, ein Geschenk einer Kollegin

Eine Kollegin hatte kleine Samenkugeln gerollt und an uns verteilt unter der Bedingung, dass wir Fotos vom Ergebnis machen und darüber schreiben – eine Aktion für die Social-Media-Kanäle der Bibliothek, so der Plan.

 

 

Ein Pflanzloch in lockerer Erde

Ich hoffte natürlich auf irgendetwas blühendes, das aus den „Samenbomben“ wachsen würde. So wählte ich einen Platz im Garten, der von der Terrasse aus gut sichtbar ist. Mulch. Halbschattig. Ich habe die Kugel brav eingepflanzt, die Erde ringsum vorher noch gelockert, kräftig gegossen.

 

Ein Igel aus Keramik hält Wache an der
Pflanzstelle

 

 

 

„Zum Garten trug ich‘s/ Am hübschen Haus./ Und pflanzt es wieder/ Am stillen Ort; …“

Ach, wenn’s nur so einfach wäre, lieber Herr von Goethe.

 

 

 

Ganz zart kann man zwei Keimblätter erkennen

Nein, nichts zweigt und blüht so fort. Zwar zeigten sich kurz zwei Keimblätter, doch schon ein Wochenende drauf war nichts mehr zu sehen. Nichts. Und es kam auch nichts wieder, da konnte ich gießen und gucken und locken wie ich wollte.

Das war eine schöne Idee, vielen Dank an die Kollegin für die Aktion. Aber was soll ich jetzt schreiben für unser Bibliotheksblog? Was mache ich mit meiner Fotoserie, auf der nichts zu erkennen ist?

Ich habe kein Problem, mein Scheitern im Garten einzugestehen und zu dokumentieren. Aber wo sind die Blumen und Blüten der anderen Kolleginnen, die ihre „Samenbomben“ in Pflanztöpfe, Balkonkästen oder wie ich im Garten ausgesät haben? Oder vielleicht beim Guerilla Gardening irgendwo in der Stadt? Ich wüsste zu gerne, welche Blütenpracht ich verpasst habe und möchte Fotos sehen. Aber allein mit meinem mageren Ergebnis traue ich mich nicht auf den Bibliotheks-Blog, da bleibe ich halt hier auf meiner eigenen Seite.
Ach.

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Lebenslanges Lernen mit Athene

Vom Blog der Stadtbibliothek Bielefeld „Irgendwas is‘ immer“ rebloggt

Irgendwas is immer

Griechische Sagen und Sekundärliteratur dazu, wunderbares Bildmaterial und viele interessante Bezüge bis hin zur modernen Lebenswelt

Ein kleiner Seniorenkreis, Kaffee und Kuchen und dann irgendwas mit Literatur oder so, nur ein kleiner Vortrag, das Thema durfte ich selbst wählen. Ja, Sagen und Märchen gehen immer. Warum also nicht Sagen aus der griechischen Mythologie? Das muss man natürlich noch etwas einschränken, vielleicht auf eine Heldengestalt? Ein Epos?

Einbändige Werkausgabe Hesiod Hesiod schrieb u.a. eine Theogonie

Ich entschied mich für eine Göttin: einfach ein paar Sagen rund um Athene nacherzählen. Da war schnell einiges gefunden, sogar zu viel; es gibt unterschiedliche Versionen und einzelne Geschichten widersprechen sich sogar. Hesiod verfasste die berühmteste Theogonie (Lehre über die Abstammung und Verwandtschaft von Göttern und Heroen), in den Epen des Homer wurde Athene natürlich auch mehrfach erwähnt; doch welche anderen Dichter sollte ich noch heranziehen?

Zeus nahm Metis als seine Geliebte. Doch Gaia und Uranos orakelten,
die Tochter der Metis, sollte sie geboren…

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Ach ja, der Garten

 

Efeu, Beet, Rasen

Das pflegeleichte Beet gegenüber der Terrasse

 

Ich habe immer noch keinen Plan. Aber dieser Garten verblüfft mich immer wieder. Sollte er nicht eigentlich viel verwilderter aussehen? Nun, meine Mutter wäre wahrscheinlich jetzt schon entsetzt, wie ungepflegt er ist. Aber ich hätte schlimmeres erwartet.

Auffälligstes Beispiel: der Rasen. Oder was mal einer sein sollte. Tatsächlich war er immer schon an den meisten Stellen mehr Kraut und vor allem Moos. Nur regelmäßiges Rasenmähen könne noch schlimmeres verhindern, war immer die Devise. In diesem Jahr habe ich ihn kaum gemäht; immer wenn ich Zeit gehabt hätte, war er zu nass. Zumindest für die letzten Monate ist das keine Ausrede. (Allerdings habe ich den Handmäher bisher nicht ausprobiert, vielleicht wäre der auch dann einsetzbar.) Tatsächlich sehe ich gar keine Notwendigkeit. Der Rasen wächst nicht einfach immer weiter bis man darin versinkt, er bleibt bei einer gewissen Höhe. Er ist grüner denn je. Ja, es gibt viel Löwenzahn und anderes Krautzeug, das ich nicht kenne. Einiges blühte ganz hübsch, einiges wuchert und rankt. So manches tut beides. Im Herausreißen bin ich ganz gut, also gehe ich mit Laubsack und Gartenschere mehr oder weniger regelmäßig durch den Garten, schneide verblühtes ab, reiße wildrankendes möglichst heraus, vor allem an den Rasenrändern, an den Wegen, an der Hecke, der Terasse, an der Hausfront. Disteln und gar zu große Löwenzahnpöste werden herausgestochen. Vor dem Rest resigniere ich, aber, wie gesagt, der Rasen ist grün und sieht besser aus als erwartet.

Dem restlichen Garten geht es nicht viel besser. Ich schneide alles Verblühte weg, vor allem bei den Rosen, die es mir mit einer schönen zweiten Blütenphase gedankt haben, einzelne Blüten gibt es noch immer. Bei dem Rindenmulchbeet gegenüber der Terrasse war ich lange sehr zögerlich mit dem Unkrautzupfen. Ich hatte Angst, da könne auch etwas gesät sein, das ich in meinem Unwissen nicht vom Unkraut unterscheiden konnte. Aber die Pflanzen, die ich nicht einordnen konnte, entdeckte ich auch im Rasen und an anderen Stellen, an denen garantiert nichts ausgesät worden war. Mit herauszupfen war da aber schon nichts mehr, diese merkwürdige Pflanze saß ganz schön fest. Wie sich herausstellte wuchs sie aus einer großen Nuß und gerade aus dem Lehmboden zog man die nicht mal eben heraus, da musste ich ziehen und zerren oder ausgraben bzw. ausstechen. Offensichtlich hatte ein fleißiges Eichhörnchen überall Walnüsse für den Winter versteckt, besonders gerne im damals frisch angelegten Rindenmulchbeet, da war der Boden locker, das Vergraben leicht. Aber das schusselige Tier hatte im Winter alle Verstecke bei uns wieder vergessen. Ich hätte fast einen Walnusswald hinterm Haus haben können.

Der Zaun zum Nachbargrundstück ist mit Efeu bepflanzt. Das bildet einen schönen immergrünen Hintergrund zum pflegeleicht angelegten Mulchbeet, das ja in der ersten Jahreshälfte noch sehr kahl wirkte. Aber Efeu ist nicht pflegeleicht, er wuchert. Das sind diese groben Arbeiten, bei denen selbst ich nicht viel falsch machen kann. Und die Biotonne muss ja auch voll werden (wenn ich schon kaum Rasen mähe). Wenn ich also gar nicht weiß, wo ich im Garten auch nur anfangen soll, schneide ich Efeuranken.

Aster im Beet hinterm Haus

Herbstblüte

So ist der Garten einfach grün, selbst Trockenheit im Sommer hat ihm nichts anhaben können; dabei habe ich nicht einmal gegossen. Auch das kahle Beet ist mittlerweile zugewachsen, ab und zu überrascht es mich mit etwas Blühendem. Im Frühjahr eine einsame Azalee, jetzt im Herbst erst Fette Henne und zurzeit eine einsame Aster (glaube ich). Die Jungs sind kaum noch zu sehen. Und ja, einiges ist wohl irgendein Wildwuchs, der dort nichts zu suchen hat.

Ich werde den Kampf gegen diesen Wildwuchs nicht aufnehmen. Den sauberen Garten meiner Mutter kann ich so nicht erhalten, ich suche einen entspannteren Weg. Im Winter habe ich Zeit – oder muss sie mir endlich nehmen – und kann mich informieren und neu planen. Keine radikalen Veränderungen, aber vielleicht fange ich mit dem Rasen an – und säe Wildblumen.

 

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Seltsame Blüten

Das sind schon seltsame Blüten, die da im Garten zu finden sind. Zuerst sah ich es vom Sofa aus: Auf dem Beet, das im letzten Jahr pflegeleicht angelegt worden ist – einige wenige Grünpflanzen und viel Rindenmulch – war etwas Neues, halb verdeckt von einem Ziergras, aber bunt. Erst als ich zum Fenster ging, erkannte ich den Fußball. Ich habe ihn aus dem Beet gefischt und neben die Haustür gelegt, weil ich dachte, spielende Kinder hätten ihn verloren und sich nicht in dén Garten getraut.

Roter Ball zwischen Blumen

Fundsache im Blumenbeet

Doch als ich ihn hochhob, sah ich den Riss im Leder, die Hülle war schlaff, die Luft heraus. Natürlich ist niemand gekommen, um den Ball zu holen; man hatte ihn wohl schlicht über die Hecke geworfen, um ihn zu entsorgen. Aber für einen kleinen Augenblick hatte ich den Ball für eine außergewöhnliche Blüte gehalten, für kurze Zeit war er ein hübscher Farbtupfer im noch sehr kargen Beet.

Einige Wochen später war eben dieses Beet mit Konfetti bedeckt. Hatten etwa die Jungs eine Konfettiparade abgehalten? Was gab es denn schon zu feiern? Ach, es war nur das Ende der Apfelblüte. Solange sie nicht nass wurden, bildeten die Blütenblätter diesen schönen Konfettiteppich.

Die „Jungs“ sind übrigens zwei Erdmännchen, die meine Mutter vor einigen Jahren zu unserer Überraschung vom Pottmarkt zu Libori mitgebracht hatte. Es war einer ihrer letzten Besuche dort und sie brachte ausgerechnet diese invasiven Tierchen mit – nun, Gartenzwerge konnten sie bei uns nicht verdrängen, die hatten es nie in unseren Garten geschafft. Aber ganz kitschfrei sind wir nun mal auch nicht.

Erdmännchen statt Gartenzwerge

Darf ich vorstellen: die Jungs

Die verschmitzt guckenden Erdmännchen sollten auf uns und das Haus aufpassen, meinte meine Mutter und platzierte das Paar direkt gegenüber der Terrasse in dem damals noch dicht bewachsenen Blumenbeet.

Ebendort stehen sie noch immer; auf dem Rindenmulch bietet jetzt gerade noch ein kleiner Azaleenbusch ein wenig Deckung.

Und seit diesem Wochenende steht dieser in voller Blüte. Das freut nicht nur die Jungs. Endlich echte rote Blüten.

 

 

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Muttertag unter dem Regenbogen

Der Muttertag danach.

Ich war auf dem Friedhof und habe das Grab meiner Großeltern sauber gemacht. Meine Mutter hätte sich darüber gefreut. Vielleicht wären wir heute gemeinsam zum Grab ihrer Mutter gefahren. Jetzt liegt sie selbst auf diesem Friedhof. Noch ist der Grabhügel zu sehen, demnächst wird er wohl eingeebnet. Sie wollte ausdrücklich eine halbanonyme Beerdigung, keine eigene Grabstelle, die gepflegt werden muss.

Wird mir eine sichtbare Stelle des Gedenkens fehlen?

Noch während ich das Laub auf dem Grab meiner Großeltern aufsammelte, donnerte es bedrohlich. Also ging ich zügig weiter zu den jüngeren Gräbern meiner Familie. Ich wollte gerade eine Kerze für meine Mutter anzünden, als der Regen herunterprasselte, ein leichter Mairegen, allerdings mit heftigen Böen, nur der kleine Ausläufer des eigentlichen Gewitters. Während die schwarzen Wolken vorbeizogen, kam schon wieder die Sonne durch. Das ergab ein fast unwirkliches Licht. Ich suchte Schutz unter einer großen Hängebirke wenige Meter hinter den Gräbern – und erkannte einen kleinen Regenbogen noch unterhalb der Baumkronen, darum kaum zu sehen, weil das Frühlingsgrün der Bäume und Büsche die zarten durchsichtigen Farben überdeckte. Ein zweiter, schwacher Bogen erschien darüber am Himmel. Auf der Fahrt nach Hause begleitete mich der Regenbogen, als wolle er mir den Weg weisen.

Das war ein schönes Bild, ja, eine Antwort auf meine Frage: In ihrem Haus, ihrem Garten, an den Orten ihres Lebens ist mir meine Mutter näher als am Ort ihres Begräbnisses; eigentlich bleibt sie mir überall nah, der Ort spielt kaum eine Rolle.

Soweit diese leicht kitschige Geschichte. Aber vielleicht sollte ich doch etwas weiter ausholen. Für meine Eltern war es eine Selbstverständlichkeit, eine Pflicht, besser ein Ehrendienst des Gedenkens und Erinnerns, wenn sie die Gräber ihrer Lieben regelmäßig besuchten und pflegten. Als meine Mutter das Grab ihrer Eltern nicht mehr versorgen konnte, wollte sie, dass jetzt ein anderer Familienzweig die Verantwortung und die Kosten übernimmt. Mir verbot sie es, denn nun seien eben andere dran. Ach, was für ein blöder Familienzwist. Tatsächlich verwahrloste das Grab fast. Also habe ich doch dort sauber gemacht und war dann stolz, wenn sie es beim nächsten Besuch bemerkte. Fast immer schimpfte sie erst ein wenig („So ändert sich nie etwas!“), doch dann drückte sie meine Hand. Natürlich ging es um mehr: Ich wollte ihr beweisen, dass ich mich erst recht um ihr Grab kümmern würde, wenn es soweit wäre. Aber in ihrem letzten Willen hatte sie alles ganz pragmatisch festgelegt; sie wollte für uns keine langfristige Verpflichtung nur für einen Ort, an den man Blumen und Kerzen bringen kann. Wir haben ihren Wunsch respektiert.

Wir sind kein Einzelfall. Unsere Friedhöfe verändern sich: alte Familiengrüfte verfallen, immer mehr anonyme Begräbnisflächen unter pflegeleichtem Rasen werden eingerichtet. Seit Generationen pflegte jede Region ihre eigene Friedhofs- und Gedenkkultur. Jetzt verwischt der gesellschaftliche Wandel alles. Wir haben weniger Zeit, leben mehr im Hier und Jetzt, sind weniger ortsgebunden, Familien brechen schneller auseinander, es gibt weniger oder gar keine Nachkommen, … . Wer will, wer kann da noch für ein Vierteljahrhundert die Verpflichtung für ein paar Quadratmeter Erinnerungskultur auf öffentlichem Grund übernehmen? Meine 80jährige Mutter war eher bereit, diesen Wandel zu akzeptieren, als ich.

Vielleicht stand dereinst der Ahnenkult am Beginn unserer Zivilisation. Der Mensch ersann Rituale und fand für sich Symbole, um den Verlust besser ertragen zu können, um persönlichen Schmerz in einer Trauergemeinschaft zu teilen und um dem Unbegreifbaren einen Sinn zu geben. Vielleicht ergab sich daraus ein Bedürfnis nach Sesshaftigkeit oder zumindest zur regelmäßigen Rückkehr an bestimmte Orte, vielleicht war das mit ein Anstoß für all das, was wir heute unsere Kultur nennen.

Der Tod ist unbegreiflich geblieben, wir haben auch heute keine besseren Antworten als die frühen Menschen. Wir suchen weiter Rituale und Symbole, die uns als einzeln Hinterbliebenem und als Teil einer Gemeinschaft bei der Bewältigung von Trauer, Schmerz und unseren Urängsten helfen.

Der Regenbogen ist ein schönes Symbol für mich an diesem Muttertag.

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Frühlingsanfang

Eine kleine Bestandsaufnahme, heute am Ostersonntag. Als die Jalousinen hochgingen heute Morgen und auch jetzt am Mittag scheint die Sonne, aber es ist kühl und weiß-graue Wolken beherrschen den Himmel. Solange es trocken bleibt, nutze ich die Gelegenheit für einen Gartenrundgang und ein paar Fotos.

Einige Bodendecker blühen zum Teil schon recht üppig, vor allem die Posten vom Weißen Duftsteinrich (zumindest glaube ich, dass es so heißt); aber auch die kleinen, zarten Blüten zwischen dem Grün finde ich bezaubernd.

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Wie dieser Strauch heißt, weiß ich nicht. Wir haben ihn im Herbst offenbar kräftig zurückgeschnitten, ich erinnere mich aber nicht, ob ich das mit den Anweisungen meiner Mutter getan habe oder ob sogar noch sie selbst die Gartenschere geschwungen hat. Jetzt zeigen sich erste gelbe Puschel.

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Der Apfelbaum hat zarte Blätter und viele Knospen, die ersten gehen schon auf. Mein Bruder war besorgt, dass die neue Gartenhütte den Wurzeln schaden könnte; aber der alte Baum sieht gesund aus.

 

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Auch die zwei verbliebenen Johannisbeersträucher sitzen voller Blüten; sie sind ganz unscheinbar im Gegensatz zu den erwarteten knallroten Beeren, die hoffentlich aus ihnen wachsen.

 

Und die Rosen. Ich lese gerade, dass man sie bis spätestens Mitte April zurückschneiden soll. Also jetzt! Aber sie sind schon ganz grün und haben viele Knospen. Was soll ich da wegschneiden?

Was auf jeden Fall wächst und gedeiht, ist natürlich das Unkraut: Löwenzahn & Co im Rasen, zwischen den Wegplatten, unter der Hecke. Aber manchmal zeigt es sich auch so malerisch wie hier im Kiesbett neben der Terasse mit niedlichen kleinen violetten Blüten. Es tut mir direkt leid, das herauszureißen.

 

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Neubeginn im Garten

So, das war der erste Rasenschnitt des Jahres. Es ist seltsam, dass niemand zurückgrüßt, wenn ich zum Küchenfenster hineinwinke, niemand grinst vom Balkon herunter und macht spitze Bemerkungen …

Ich habe nun wahrlich keinen grünen Daumen. Rasenmähen und Unkrautzupfen kann ich; ansonsten muss man mir schon genau sagen, was ich tun soll. Ich kann Kraut und Unkraut nicht unterscheiden, weiß nichts darüber, was wann im Gartenjahr getan werden muss; ich habe keinen Plan, wie der Garten mal aussehen soll, nur eine vage Vorstellung von bunten Blüten, viel Grün, pflegeleicht soll er sein und naturnah und ökologisch. Jaja, so viel weiß ich schon: die letztgenannten Punkte sind die Quadratur des Kreises.

Ich habe immer noch die Überzeugung, dass ich fast alles lernen kann, wenn ich will und die richtige Anleitung habe, am besten durch einen guten Lehrer oder eben durch Bücher, Filme etc. Nun, Gartenbücher gibt es genug. Ich werde jetzt also unsere Bibliothek durchforsten und mir Rat und Anregungen holen, sowohl für die notwendigen Arbeiten im Jahreslauf als auch für die langfristige Planung, wenn ich den Garten umgestalten will.

Bisher konnte ich nicht einmal eine einfache Zimmergrünpflanze, von der alle behaupteten, die sei idiotensicher, am Leben halten: Gießen vergessen oder im Übereifer ersäuft, meist in der Reihenfolge. Auf meinem Balkon sieht es auch nicht gut aus, grün ist da nur das Moos. Da ist der Garten jetzt eine echte Herausforderung, ein spannendes Projekt. Und es muss gelingen. Eine Zimmerpflanze kann ich einfach neu kaufen. Bei einem ganzen Garten kann ich nicht immer wieder neu starten, zumindest nicht bevor ich groß im Lotto gewonnen habe oder so.

Es wird wohl einige Jahre dauern, sicher wird es auch Rückschläge geben. Hoffentlich überleben das der Apfelbaum, der schon im Garten meiner Großeltern stand, die Johannisbeerbüsche, die das Obst für unseren Lieblingskuchen lieferten, und die Rosen, ja vor allem die Rosen, die meiner Mutter so viel Freude gemacht haben.

Tja, leider habe ich nicht viel von dem behalten, was meine Mutter mir über die Pflanzen beibringen wollte. Mein Bruder hatte Pläne und Vorstellungen zu einem Biogarten, die wir aber nicht mehr besprechen konnten. Mir ist, als schauten mir die beiden über die Schulter. Aber ihren Rat höre ich nicht mehr. Also: lernen, versuchen, machen. Das erste Rasenmähen ist geschafft, noch viel Arbeit wird folgen. Ich bin motiviert. Und ich werde hier vielleicht weiter berichten.

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